Schulbegleitung an weiterführenden Schulen
Begleitung in Klasse 5–10: Lernorganisation, soziale Teilhabe und Selbstwirksamkeit.
Mit dem Übergang in die weiterführende Schule wächst die Komplexität: mehr Fächer, mehr Lehrkräfte, mehr soziale Anforderungen. Unsere Schulbegleitung in der Sekundarstufe I ist altersgerecht, diskret und immer auf die Selbstwirksamkeit der Jugendlichen ausgerichtet.
Pubertät, Leistung und Förderbedarf gleichzeitig
Mit dem Wechsel in die fünfte Klasse verändert sich alles auf einmal: Es gibt nicht mehr eine, sondern zehn Lehrkräfte. Die Klassen werden neu gemischt. Der Stundenplan wird komplex. Hausaufgaben werden eigenständiger erwartet. Und gleichzeitig beginnt die Pubertät – mit allem, was sie an Selbstwahrnehmung und Distanz zu Erwachsenen mit sich bringt.
Für Jugendliche mit Förderbedarf ist diese Phase besonders anspruchsvoll. Sie wollen nicht auffallen, sie wollen dazugehören – und genau das wird durch eine sichtbare Begleitung leicht erschwert. Unsere Aufgabe ist es, im Hintergrund zu arbeiten, ohne unsichtbar zu werden für das, was das Kind wirklich braucht.
Diskret sein, ohne sich zurückzuziehen
Diskretion bedeutet bei uns nicht, abwesend zu sein. Es bedeutet, präsent zu sein, ohne den sozialen Raum der Jugendlichen zu besetzen. Wir sitzen nicht zwingend daneben, sondern arbeiten oft mit Signalen, vorab vereinbarten Pausen und kurzen Check-ins. Wir respektieren, wenn unser Schützling sagt: ‚In dieser Stunde brauche ich dich nicht.‘
Gleichzeitig sind wir verlässlich da, wenn der Tag kippt – wenn eine Klassenarbeit zur Überlastung wird, wenn eine soziale Situation aus dem Ruder läuft oder wenn die Energie schlicht nicht reicht. Diese Verlässlichkeit ist es, die Vertrauen schafft.
Lernorganisation als Schlüsselthema
In Klasse 5–10 ist Lernorganisation oft das zentrale Thema – nicht das Lernen selbst. Materialien finden, Hausaufgaben notieren, Klassenarbeiten vorbereiten, Termine im Blick behalten: Diese exekutiven Funktionen sind bei vielen unserer Schützlinge unterentwickelt. Wir bauen sie gemeinsam auf – mit Checklisten, Wochenplänen, festen Routinen am Anfang und am Ende der Schulwoche.
Dabei achten wir darauf, dass diese Strukturen Eigentum des Jugendlichen werden. Eine Checkliste, die nur wir kennen, hilft nichts. Eine Routine, die der Schüler oder die Schülerin sich selbst aneignet, trägt auch ohne uns.
Peer-Beziehungen schützen
Soziale Zugehörigkeit ist in der Sekundarstufe ein Grundbedürfnis. Wir achten deshalb sehr darauf, Peer-Beziehungen unserer Schützlinge zu schützen – nicht zu inszenieren. Wir drängen uns nicht in Pausengruppen. Wir kommentieren keine Freundschaftsdynamiken vor der Klasse. Wir agieren so, dass unsere Anwesenheit kein Stigma wird.
Wo es passt, helfen wir im Hintergrund, soziale Situationen zu lesen – etwa wenn Ironie missverstanden wird oder wenn Konflikte zu eskalieren drohen. Das geschieht im Vier-Augen-Gespräch, nicht im Klassenraum.
Schulabschluss und Anschlussperspektive
Spätestens ab Klasse 8 beginnen wir, gemeinsam mit Familie und Schule, Anschlussperspektiven mitzudenken. Welche Abschlussform ist realistisch? Welche Praktika könnten passen? Welche Unterstützung wird nach der Schulzeit gebraucht – Berufsbegleitung, Berufsbildungswerk, Studium mit Nachteilsausgleich?
Wir verstehen Schulbegleitung in der Sekundarstufe also nicht als Schleife, sondern als Brücke ins Erwachsenenleben. Je früher diese Brücke geplant wird, desto stabiler trägt sie.
Für wen geeignet
- Jugendliche mit Förderbedarf im Lern- oder Sozialverhalten
- Schüler:innen mit Autismus, ADHS, Angst- oder Belastungsstörungen
- Familien, die einen behutsamen Übergang von der Grundschule wünschen
Vier Versprechen
Sorgfältig ausgewählte Begleiter:innen mit pädagogischem, therapeutischem oder studentischem Hintergrund.
Krankheits- und Urlaubsvertretung ist mitgedacht – Kontinuität für Ihr Kind.
Wir begleiten Sie durch den Antrag, das Hilfeplangespräch und die Kommunikation mit dem Kostenträger.
Regelmäßige Fachberatung, Reflexion und nachvollziehbare Dokumentation.
So arbeiten wir mit Ihnen
Bedarfsanalyse
Was braucht die/der Jugendliche wirklich? Wo möchte sie/er Selbstständigkeit?
Diskrete Begleitung
Unsere Begleiter:innen treten dezent auf, damit Peer-Beziehungen geschützt bleiben.
Lernorganisation
Strukturierung von Hausaufgaben, Materialien, Stundenplänen, Klassenarbeiten.
Übergangsplanung
Frühzeitige Vorbereitung auf Schulabschluss, Praktika und Berufsorientierung.
Für Familien kostenfrei
Kostenübernahme über Jugendamt (§ 35a SGB VIII) oder Eingliederungshilfe (§ 112 SGB IX).
- Kostenträger: Jugendamt oder Eingliederungshilfe
- Rechtsgrundlage: § 35a SGB VIII / § 112 SGB IX
- Direkte Abrechnung – kein Eigenanteil der Familie
- Wir unterstützen bei Antrag und Hilfeplan
In ganz Hamburg verfügbar
Wir arbeiten in allen sieben Hamburger Bezirken und kennen die Wege durch Jugendamt, Eingliederungshilfe und ReBBZ vor Ort. Wählen Sie Ihren Stadtteil und erfahren Sie mehr.
Häufige Fragen
Wie sichtbar ist die Begleitung im Klassenraum?
So zurückhaltend wie möglich. Wir besprechen das Auftreten mit Schüler:in und Schule.
Begleiten Sie auch Klassenfahrten?
Bei entsprechender Bewilligung – ja.
Was passiert nach Klasse 10?
Wir planen rechtzeitig Anschlusslösungen oder Übergaben in die Oberstufe oder Ausbildung.
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